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Lokale Agenda

 
 

Der Begriff "lokal" drückt es aus: es geht um ein örtliches Aktionsprogramm.
 
Die Agenda 21 ist als weltweites Aktionsprogramm beschlossen worden und richtet sich zunächst an die Regierungen.
 
Damit verbunden ist der weltweite Arbeitsauftrag an die Städte und Gemeinden: "Jede Kommunalverwal-tung soll in einen Dialog mit ihren Bürgern, örtlichen Organisationen, und der Privatwirtschaft eintreten und eine "kommunale Agenda 21" beschließen. Durch Konsultation und Herstellung eines Konsenses würden die Kommunen von ihren Bürgern und von örtlichen Organisationen, von Bürger-, Gemeinde-, Wirtschafts- und Gewerbeorganisationen lernen und für die Formulierung der am besten geeigneten Strategien die erforderlichen Informationen erlangen..." (Agenda 21, Kap. 28.3)
 
Das bedeutet: Die Kommune erklärt die zukunftsfähige Entwicklung zum Leitbild zukünftigen Planens und Handelns. Die Öffentlichkeit wird breit angelegt und ergebnisorientiert beteiligt mit dem Ziel, ein verbindliches Handlungsprogramm (eine Lokale Agenda 21) zu entwickeln und zu verwirklichen.

Wie "Nachhaltigkeit" und "Zukunftsfähigkeit" vor Ort aussehen soll, da bleibt die Agenda 21 sehr allgemein und ungenau. Es bleibt den Städten und Gemeinden viel Spielraum für die Ausgestaltung einer Lokalen Agenda 21.

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Was passiert in Hann. Münden?
 
Hann. Münden hat die Verpflichtung, sich an diesem Prozeß zu beteiligen, einen Beitrag zu leisten, die anstehenden Zukunftsprobleme zu lösen, angenommen.
 
Wie müssen die verschiedenen Strukturen in unserer Stadt gestaltet werden, daß sie den Menschen auch in den kommenden Jahrzehnten ein krisensicheres, stabiles und dadurch zukunftsbeständiges Gemeinwesen bieten?
 
Welche Strukturen sind notwendig um das örtliche Gemeinwesen unter den sich ständig verschlechternden Bedingungen wie wachsende Schuldenlast, Energieverknappung, Klimaveränderung, Arbeitslosigkeit, Schadstoffbelastung der Umwelt in eine Zukunftsbeständigkeit zu führen.
 
Was geschieht in Hann. Münden?
 
Seit März 1998 gibt es in Hann. Münden den einstimmigen Ratsbeschluß "Lokale Agenda 21".
Seit Januar 2000 gibt es ein Agenda-Büro.
 
Am 26. Januar 2000 beginnt die aktive Arbeit mit der Auftaktveranstaltung "Lokale Agenda 21" für Hann. Münden. Es bilden sich drei Arbeitskreise in den Bereichen Wirtschaft, Ökologie und Soziales, die sich mit den unterschiedlichsten Themen und Projektideen beschäftigen.
 
Im November 2002 verabschiedet der Rat der Stadt Hann. Münden "Leitziele und Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung". hier
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Arbeitskreise
 
Eine Lokale Agenda 21 kann nur gemeinsam mit vielen Betroffenen in Abstimmung mit den politisch Verantwortlichen erreicht werden. Die Arbeitskreise freuen sich über alle Bürgerinnen und Bürger die sich an der Diskussion beteiligen und die eigenen Ideen mit einbringen.
 
Ziel der Konsultation der Bürgerinnen und Bürger durch die Kommunalverwaltung ist der Konsens über ein Leitbild, die Ziele, die sich die Kommune für ihre dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung setzt.
Der Weg dorthin beginnt mit Zukunftsvisionen, Konsensfindung und konkrete Aktionsprogramme, die zur Umsetzung auf den Weg gebracht werden.

Im Jahr 2002 haben die Agenda-Arbeitskreise anläßlich der Rio + 10-Konferenz in Johannisburg im Rat-haus der Stadt einen großen Markt der Möglichkeiten präsentiert.

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Lokale Projektideen sind:

  • Renaturierung des Ilksbacheinlaufs in die Werra.
     
  • Feuchtbiotop am Feuerteich?
     
  • Streuobstwiesen statt langweiliger Rasenflächen.
     
  • Nutzung nachhaltiger Energien - Restholzverwertung der Sägewerke durch Wärmenutzung.
    Beispiel: Nahwärmenetz im Industriegebiet Hedemünden in Kooperation mit den Sägewerken.
     
  • Erarbeitung lokaler Indikatoren zur Überprüfung des Agenda-Prozess.
     
  • Konzept zum Überprüfen der Nutzens möglicher regenerativer Energien und möglicher Energie-einsparungen in kommunalen Einrichtungen, Handel, Gewerbe, Industrie und privaten Haushalten.
     
  • Anbringen von Nisthilfen an öffentlichen Gebäuden (Turmfalken, Mauersegler).
     
  • Integration ausländischer Mitbürger (-innen).
     
  • Kontakte zwischen Jung und Alt unterstützen und verstärken.
     
  • Informationsheft "Wer hilft wem in Hann. Münden"

Eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung im Sinne der Agenda 21 wird weder durch das einmalige Erarbeiten eines Entwicklungsleitbildes noch durch das einmalige Erstellen und Abarbeiten eines Aktionsprogrammes zu erreichen sein.
Es ist nötig eine LOKALE AGENDA 21 als einen dauerhaften Prozess zu konzipieren. Leitbild und Programm müssen immer wieder mit Hilfe örtlicher Indikatoren überprüft werden und gleichzeitig modifizierbar sein, um neu auftretende Probleme aufgreifen zu können mit den beteiligten Einrichtungen.

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Ergebnis und Ausblick
 
Der leitende Grundwert der Agenda 21 ist nicht der Umweltschutz, sondern die Gerechtigkeit. Neben einer umweltgerechten Lebens- und Wirtschaftsweise ist vor allem die soziale Gerechtigkeit ein wesentliches Element.
 
Nachhaltige Entwicklung braucht Unterstützung und langfristiges Umdenken in Richtung einer wirksamen Vernetzung der bestehenden Kräfte.
 
Insgesamt gesehen sollte im lokalen Agenda-Prozeß Bestehendes gefördert und vorhandene Kräfte gebündelt werden. Statt ständig Neues zu initiieren, kann zunächst überlegt werden, ob die vorhandenen Gruppen mit überwiegend ehrenamtlich Tätigen mehr Rückendeckung und Unterstützung brauchen und wie weitere Personen motiviert werden können, sich zu beteiligen.
 
Die Lokale Agenda 21 ist ein Programm, das alle kommunalen Politikbereiche umfasst.
 
Der gemeinsame Ratsbeschluß ist ein Hinweis auf eine gemeinsame Verantwortung.
 
Die Aktivitäten im Sinne der Lokalen Agenda 21 sind in Hann. Münden zu einer Zeit erfolgt, in der die Kommune unter großen Problemen leidet: Das Geld ist knapp, das Personal fehlt und immer weniger Mittel stehen zur Verfügung.
 
Auch der Weg in eine nachhaltige Entwicklung kostet Geld. Als Verpflichtung gegenüber den nachfolgenden Generationen braucht es die Übernahme der notwendigen Kosten jetzt. Je besser es gelingt, die unterschiedlichsten lokalen Akteure in den Prozeß der Lokalen Agenda 21 mit einzubeziehen und sie zu motivieren, etwas zu tun, desto geringer werden die einzelnen Kosten für einzelne Aktionen.
 
Längst sind nicht alle in der Agenda 21 angesprochenen Gruppen erreicht und es bleibt noch viel zu tun. Frauen, Kinder, Jugendliche und ausländische Mitbürger sind noch nicht ausreichend integriert in eine Lokale Agenda 21 in Hann. Münden.
 
Wichtig ist das gemeinsame Ziel: Gemeinsam Zukunft gestalten heißt Klartext reden, Wege suchen, Verantwortung teilen, langfristig denken und planen - eben eine LOKALE AGENDA 21 für Hann. Münden.
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Projektkatalog
Übersicht
Arbeitskreis "Nachhaltig Wirtschaften"
P 1.1 Bisherige Ergebnisse und Projektvorschläge allgemeine Arbeitsschwerpunkte
P 1.2 Tarifumgestaltung für örtlich erzeugten Ökostrom aus Wasserkraft 
P 1.3 Energie aus Sägewerksresthölzern
P 1.4 Holzgas für das KWK - Werk Kurhessen-Kaserne
P 1.5 Schüler sparen Energie
P 1.6 Hauseigentum verpflichtet zum Energiesparen
P 1.7 Energieberatung und Energiecheck
P 1.8 Verkehr im Umweltverbund fördern 
P 1.9 Bio-Diesel für städtische Fahrzeuge. Bio-Diesel an Mündener Tankstellen
Arbeitskreis "Natur- und Umweltschutz"
P 2.1 Renaturierung Ilksbach 
P 2.2 Fischlehrpfad rund um den Tanzwerder
P 2.3 Verbesserung der Gewässerstruktur-Güteklasse
P 2.4 Ein Garten für Kinder
P 2.5 Vogelschutzgehölz auf dem Eselswerder
P 2.6 Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen
P 2.7 Neuanlage von Streuobstwiesen
P 2.8 Storchwiesen
P 2.9 Wiederansiedlung von Wanderfalken
P 2.10 Feuchtbiotop "Am Feuerteich"
P 2.11 Altstadtsanierung als Teilbereich nachhaltiger Stadtentwicklung
P 2.12 Kulturfolger-Untersuchung
P 2.13 Fledermaus-Untertagequartier
P 2.14 Anlage von Feldhecken
P 2.15 Kopfweidenförderung
Arbeitskreis 3 "Miteinander Leben"
P 3.1 Miteinander spielen
P 3.2 Miteinander feiern
P 3.3 Waldkindergarten Neuauflage von 1996
P 3.4 Vereinbarkeit von Familien und Beruf
P 3.5 Info-Nachmittage Lokale Agenda 21
P 3.6 Jung und Alt - gemeinsam Leben
P 3.7 Wandmalprojekt
P 3.8  "Agenda 21-Info-Koffer" für Kindergärten und Schulen
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Agenda-Leitlinie
 
Nachdem die Agenda-Arbeitskreise das Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung "Lokale Agenda 21 Stadt Hann. Münden" entworfen hatte, beschloss der Rat der Stadt Hann. Münden in seiner 6. Sitzung vom 07. November 2002 einstimmig diese Leitlinie und beauftragte die Verwaltung, zukünftige Beschlüsse in ihren Auswirkungen im Sinne einer Erfüllung der Agenda-Leitlinien zu prüfen und zu bewerten.
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