Demontage der Hängebrücke gestartet
01.12.2025
Die Sanierung der denkmalgeschützten Hängebrücke, die den Stadtteil Altmünden mit dem Tanzwerder verbindet, begann planmäßig am heutigen Montag, 1. Dezember 2025, mit den ersten Demontagearbeiten durch ein Magdeburger Unternehmen. Ein Teil des Tanzwerders wurde bereits frühzeitig abgesperrt, um vorbereitende Arbeiten durchführen zu können und zeitliche Verzögerungen im weiteren Ablauf zu vermeiden. Betroffen von dieser Sperrung sind einige Parkflächen sowie ein Abschnitt des umlaufenden Fußweges auf der Westseite.
Die Hängebrücke wurde 1901 errichtet und zuletzt 1978/1979 grundlegend saniert. Aufgrund ihres baulichen Zustands musste sie im Dezember 2022 für den Fuß- und Radverkehr gesperrt werden. Nun startet die umfassende Instandsetzung, für die die Stadt Hann. Münden rund 1,3 Millionen Euro investiert. Da es sich um ein geschütztes Baudenkmal handelt, wird die Maßnahme mit Fördermitteln in Höhe von rund 100.000 Euro unterstützt.
Nach Abschluss des Vergabeverfahrens im Herbst fiel die Entscheidung bei der Suche nach einem ausführenden Unternehmen auf die Reaku Spezialbau GmbH. Dabei handelt es sich um in Unternehmen, das sich auf Beschichtung, Abdichtung und Korrosionsschutz spezialisiert hat. Die Fachleute werden die Brückenteile in den eigenen Werkshallen aufarbeiten. Konkret bedeutet das, sie werden entrostet, stahlbautechnisch instandgesetzt und ergänzt, feuerverzinkt, grundiert und lackiert, bevor sie im kommenden Jahr wieder vor Ort montiert werden. Auch die Brückenpfeiler und Treppenaufgänge der Brücke werden saniert. Die neuen Treppen an den Brückenköpfen erhalten eine platzsparende gewendelte Form, ergänzt um Steighilfen für Fahrräder, um das Bauwerk künftig komfortabler nutzbar zu machen.
Im Zuge der Demontagearbeiten wurde heute das erste Brückenelement aus dem Tragwerk getrennt, mit Seilwinden auf Schwimmkörper umgesetzt und an das Ufer der Fulda gezogen. Weitere Teile sollen folgen. Nach dem Abbau erfolgt die Verladung der einzelnen Bauteile mittels Mobilkran auf Tieflader sowie der Transport nach Magdeburg, wo eine detaillierte Schadensanalyse und die eigentlichen Sanierungsarbeiten über die Wintermonate erfolgen können.
Technische Details und Hintergrund
Die blaue Hängebrücke in Hann. Münden, eine der frühen deutschen Fußgänger-Hängebrücken aus Stahl, wurde 1901 errichtet und prägt bis heute das Stadtbild am Fuldaufer. Das Bauwerk besteht aus zwei rund 8,80 Meter hohen Fachwerkpylonen, die jeweils auf etwa 3,50 Meter hohen Sandsteinsockeln stehen und die Tragseile aufnehmen. Die Hauptseile besitzen eine Länge von rund 148 Metern und überspannen eine Stützweite von etwa 72 Metern zwischen den Pylonen. Im Boden verankerte massive Ankerblöcke leiten die Zugkräfte ab. Zum Gewicht der Stahlkonstruktion können keine Angaben gemacht werden. Der Gehweg selbst wird von einem schmalen Stahl-Fachwerkträger getragen und ist mit Holzbohlen belegt. Ergänzt wird das Bauwerk durch neue feuerverzinkte Stahltreppen, die im Rahmen jüngerer Maßnahmen erneuert wurden.
Im Laufe ihrer Geschichte erlebte die Brücke mehrere gravierende Eingriffe: Nach der Sprengung im Jahr 1945 wurde sie noch im selben Jahr provisorisch wiederhergestellt, bevor 1978/79 eine umfassende Grundsanierung erfolgte, bei der der ursprüngliche genietete Stahlbau auf geschweißte Konstruktionen umgestellt wurde. Trotz einer kurzfristigen Instandsetzung im Jahr 2019 nahmen die Schäden weiter zu, sodass die Brücke nach einer regulären Bauwerksprüfung im Dezember 2022 aufgrund erheblicher sicherheitsrelevanter Mängel sofort für den Fußgängerverkehr gesperrt werden musste.
Die nun in Auftrag gegebene Sanierung sieht vor, das historische Tragwerk denkmalgerecht zu sichern und für eine langfristige Nutzung zu ertüchtigen. Geplant ist eine Sanierungsdauer von rund 30 Wochen bei einer voraussichtlichen Bauzeit bis Ende Mai 2026. Dabei werden geschädigte Stahlbauteile erneuert, die Korrosionsschutzsysteme überarbeitet und konstruktive Schwachstellen behoben, um die charakteristische Hängebrückenkonstruktion sowohl technisch als auch gestalterisch für die kommenden Jahrzehnte zu erhalten.
Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden