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17.11.2025

Erinnerung an Tod und Leid

Hann. Münden gedachte am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Terror

17.11.2025

Am vergangenen Sonntag lud die Stadt Hann. Münden während des Volkstrauertags zum Gedenken der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt ein. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Blasius Kirche versammelten sich Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, des Mündener Schützenvereins 1823, Beamte der Polizei und Mitarbeitende der Stadtverwaltung an der Rotunde, um Kränze niederzulegen und die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit wach zu halten.

Bürgermeister Tobias Dannenberg erklärte, dass der Volkstrauertag sowohl der Erinnerung als auch der Mahnung diene und ins Bewusstsein rufe, wie viel Leid Krieg und Hass über die Menschen gebracht hätten. Er betonte, dass Frieden niemals selbstverständlich sei und verwies auf die Opfer der beiden Weltkriege wie auch auf jene aktuellen Konflikte, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem habe er darauf hingewiesen, dass weltweit Millionen Menschen vor Krieg, Terror und Verfolgung flüchteten und diese Entwicklungen zeigten, wie zerbrechlich Frieden sei. Er unterstrich, dass Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt täglich gegen Spaltung, Extremismus und das Vergessen verteidigt werden müssten. Tobias Dannenberg hielt fest, dass Geschichte lehre, dass Ausgrenzung schnell zu Gewalt führe, und deshalb sei der Volkstrauertag auch ein Aufruf zu Verantwortung, Empathie und Respekt. Abschließend betonte er, dass das Gedenken Hoffnung auf Versöhnung gebe und dass es Aufgabe aller sei, den Frieden zu bewahren und die Werte des Miteinanders zu schützen.

Mit einem Auszug aus dem bewegten Leben eines Hann. Mündeners verdeutlichte Sarah Heerlein, Mitarbeiterin des städtischen Fachdienstes Kultur, warum das Erinnern an Krieg und Gewaltherrschaft auch 80 Jahre nach Kriegsende notwendig sei: Ernst Vollmer, später als Revierförster, Ortsbürgermeister und Ratsmitglied bekannt, habe in jungen Jahren eine folgenschwere Prägung erfahren. Sein Vater Eduard, ein überzeugter Sozialdemokrat, wurde schon früh Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und nahm sich 1935 das Leben, um einer erneuten Inhaftierung zu entgehen. Dieses traumatische Erlebnis habe Ernst zunächst in die Arme der Hitlerjugend und schließlich als freiwilligen Panzersoldaten an die Ostfront geführt, wo er die Schrecken von Krieg, Gewalt und Gefangenschaft selbst erlebte. Diese Erfahrungen sowie die Erkenntnis über die Gräueltaten des NS-Regimes hätten ihn später zu einem überzeugten Demokraten und engagierten Gestalter des gesellschaftlichen Lebens gemacht, geprägt von Humanität, Verantwortungsgefühl und tiefer Reue. Noch im hohen Alter habe Ernst Vollmer ein weiteres Zeichen gesetzt, indem er die Gräber des jüdischen Friedhofs pflegte, darunter das seines Jugendfreundes Ernst Schwalm, um Versöhnung und Mahnung sichtbar werden zu lassen. Sein Leben stehe exemplarisch für den Wunsch und die Verantwortung, aus der Vergangenheit zu lernen, damit das Geschehene sich niemals wiederhole.

Abschließend legten Bürgermeister Tobias Dannenberg und Stadtarchivar Stefan Schäfer an der Südseite der Rotunde einen Kranz am Mahnmal der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nieder.

Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden

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