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25.11.2025

Stadt zeigt Flagge am "Orange Day"

Männliche Gewalt gegen Frauen: Beratungsanfragen verdoppeln sich

25.11.2025

Am Tag zur Bekämpfung von männlicher Gewalt gegen Frauen zeigt die Stadt Hann. Münden auch in diesem Jahr Flagge und beteiligt sich an den sogenannten „Orange Days“.

Die zweiwöchige UN-Kampagne „Orange the World“, die am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, beginnt und mit dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember endet, macht auf ein globales Problem aufmerksam: Laut Schätzungen der UN wird alle zehn Minuten weltweit eine Frau oder ein Mädchen Opfer tödlicher Gewalt innerhalb der (Ex-)Partnerschaft oder der Familie.

Auch in Hann. Münden sind Frauen von Gewalterfahrungen betroffen. 2024 mussten sieben Frauen aus Hann. Münden in das Frauenhaus Göttingen fliehen, da es zu Hause gefährlich – lebensbedrohlich – für sie wurde. 109 Beratungsanfragen von Mündenerinnen wurden an das Frauenhaus Göttingen gestellt, so eine Mitarbeiterin. Die Zahl hat sich seit 2023 verdoppelt. Für 2025 konnten die Daten noch nicht abschließend ermittelt werden, da erfahrungsgemäß Fälle partnerschaftlicher Gewalt über Feiertage wie Weihnachten und Silvester zunehmen.

„Das sind nur die Fälle und Anfragen, die dem Frauenhaus Göttingen vorliegen. Das Dunkelfeld ist deutlich höher, da nicht alle Frauen und Mädchen den Weg zur Hilfe finden – sei es aus Angst oder weil sie nicht wissen, wie sie sich aus der gewaltsamen Situation befreien können“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Melissa Castillo. „Die Situation mag aussichtslos erscheinen, besonders wenn Kinder involviert sind, eigene finanzielle Mittel fehlen, der Aufenthaltsstatus unsicher ist oder andere Faktoren die Lage verkomplizieren. Doch keine Frau ist in dieser Situation allein – das muss jede wissen. Hann. Münden und Göttingen haben ein engagiertes Netzwerk von Frauen. Wir sind da und helfen, einen Weg aus der Gewalt zu finden. Ein anderes Leben ist möglich und jede Frau verdient ein gewaltfreies Leben“, so Castillo weiter. Sie betont auch die Bedeutung, dass mehr Männer sich gegen Männergewalt an Frauen und Mädchen einsetzen.

Bürgermeister Tobias Dannenberg äußert sich dazu eindeutig: „In unserer Stadt wird Gewalt gegen Frauen keinesfalls verharmlost. Daher unterstützen wir die Arbeit des Göttinger Frauenhauses jedes Jahr und sind dankbar für das hervorragend funktionierende Netzwerk engagierter sozialer Akteurinnen.“

Gewalt beginnt nicht erst dann, wenn es zu körperlichen und/oder sexualisierten Übergriffen kommt bzw. gar ein Tötungsversuch („Femizidversuch“) erfolgt ist. Gewalt kann viele Formen haben: Psychische Gewalt, emotionale Erpressung, finanzielle Gewalt, Stalking, soziale Isolation sowie verbale und nonverbale Drohungen, das alles sind Formen von Gewalt, die nicht geduldet werden müssen.

Sie benötigen Hilfe oder kennen eine von Gewalt betroffene Frau? Hier finden Sie Unterstützung:
• Melissa Castillo: Tel. 05541-75 255 oder E-Mail castillo@hann.muenden.de
• Frauen-Notruf Göttingen: 0551 44684
• Frauenhaus Göttingen: 0551 5211800
• Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
• Polizei: 110

Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden/GlB

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