Sprungziele
Inhalt
15.10.2025

Sportstätte Rattwerder wird in 2026 fertiggestellt

Qualität und Nachhaltigkeit stehen bei dem Bauprojekt Vordergrund

16.10.2025

Die Sportstätte Rattwerder nimmt Gestalt an. Zwar verzögert sich die ursprünglich geplante Fertigstellung, doch das Projekt bleibt auf einem sehr guten Weg und wird im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Konkret bedeutet das: Der Ball soll nach der Sommerpause 2026 über den Kunstrasen rollen. "Wir freuen uns darauf, den Mündener Sportlerinnen und Sportlern zukünftig zeitgemäße Trainingsbedingungen ermöglichen zu können", erklärte Bürgermeister Tobias Dannenberg am heutigen Donnerstag.

Grund für die verlängerte Bauzeit waren mehrere außergewöhnlich starke Regenereignisse in den zurückliegenden Sommermonaten. Diese sorgten dafür, dass die Böden zunächst nicht wie vorgesehen bearbeitet werden konnten. Um die Qualität und Langlebigkeit der Anlage sicherzustellen, wurde entschieden, die Erdarbeiten erst nach vollständiger Abtrocknung des Bodens fortzuführen. So konnte verhindert werden, dass der Untergrund durch zu frühe Eingriffe langfristig Schaden nimmt – ein wichtiger Schritt im Sinne einer nachhaltigen Bauweise.

„Die Regenfälle hatten den Untergrund zeitweise in kleine Seen verwandelt, was uns zum Abwarten zwang. Aber diese Entscheidung war richtig, da gerade die Geländestabilisierung und das Entwässerungssystem für die gesamte Anlage von zentraler Bedeutung sind“, erläuterte Klaus Schröder vom Planungsbüro SIG-Hessen Ingenieure beim Pressetermin vor Ort.

Dank einer stabileren Wetterlage konnte in den vergangenen Wochen bereits viel erreicht werden. Den Unterbau der neuen Sportanlage bildet eine moderne Drei-Komponenten-Tragschicht. Diese elastische und federnde Basis wird die Gelenke der Sportlerinnen und Sportler schonen und optimale Trainings- und Spielbedingungen schaffen. In den aktuellen bzw. bevorstehenden Bauabschnitten folgt die Aufbringung des Kunstrasens, der durch die Einarbeitung von Quarzsand vielseitig nutzbar sein wird sowie die Kunststofflaufbahn, bestehend aus einer vierläufigen Rundbahn sowie einer sechsläufigen Sprintstrecke. Auf dem Kunstrasenplatz können später sowohl Spiele auf einem Großfeld als auch Partien auf Jugendspielfeldern in unterschiedlichen Größen stattfinden.

Auch die ökologischen Aspekte des Projekts schreiten planmäßig voran: Das Versickerungsbecken zur Aufnahme des anfallenden Regen- und Drainagewassers ist bereits in Betrieb. Überschüssiges Wasser versickert kontrolliert, wodurch ein nachhaltiges Regenwassermanagement gewährleistet ist. Ausgespültes Mikroplastik wird in einem Filtersystem aufgefangen, welches dem Becken vorgeschlaltet ist und später regelmäßig gereinigt wird.

Mit der Sanierung des D-Platzes nahe der Straße Wiesenpfad wird voraussichtlich Ende Oktober begonnen: Dieser Nebenplatz soll einen pflegeleichteren und widerstandsfähigeren Hybrid-Rasen erhalten.

Das städtische Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 2,6 Mio. Euro wird durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Fördersumme: 1,3 Mio. Euro) sowie den Landkreis Göttingen (Fördersumme: 130.000 Euro) unterstützt. Die In Aussicht gestellten Fördermittel bleiben trotz der Verzögerung des Projekts gesichert, die Verlängerung der Maßnahme wurde seitens des zuständigen Bundesministeriums bereits bewilligt. Damit steht fest: Die Sportstätte Rattwerder wird nicht nur ein moderner Ort für Training und Wettkämpfe, sondern auch ein Beispiel für qualitätsbewusstes, nachhaltiges Bauen.

Klaus Dreßler, Sprecher der Mündener Vereine, unterstrich, dass es der ausdrückliche Wunsch der Mündener Sportvereine war, eine solche Anlage entwickeln zu lassen: "Eine moderne Sportstätte bringt viele Vorteile. Überall dort, wo Kunstrasenplätze entstehen, verbessert sich die Qualität der darauf spielenden Mannschaften. Der Leichtathletik wird ermöglicht, wieder stärker in den Mittelpunkt des sportlichen Geschehens zu rücken. Für das Ablegen von Sportabzeichen werden optimale Bedingungen geschaffen. Diesbezüglich befinde ich mich bereits im Austausch mit den Schulen, um Rahmenbedingungen für eine spätere Umsetzung zu schaffen."

Weitere Umsetzungen innerhalb des Projekts im Überblick:

- Eine energieeffiziente Flutlichtanlage, bestehend aus sechs Masten (LED-Technik)
- Benetzung für den Kunstrasen mithilfe von drei Vollkreisregnern
- Ballfangnetze hinter den Toren des Großspielfeldes
- Hochsprunganlage und Vorbereitung einer Stabhochsprunganlage
- Weitsprunganlage
- Kugelstoßanlage (auch für Sporttreibende im Rollstuhl nutzbar)
- Kleinspielfeld abseits des Kunstrasenplatzes für Fußball oder Basketball (26 mal 17 Meter)

Über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“

Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) unterstützt Städte und Gemeinden deutschlandweit beim Erhalt ihrer sozialen Infrastruktur. Es wurde erstmals im Jahr 2015 aufgelegt. Bis 2021 hat der Bund insgesamt 1,54 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Rund 900 Projekte wurden für eine Förderung ausgewählt, gut 750 Projekte davon betreffen Sportstätten. Im Fokus stehen das soziale Miteinander und der Klimaschutz. Gefördert werden investive Maßnahmen – Sanierungen und in Ausnahmefällen auch Ersatzneubauten – mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung sowie sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre energetischen Wirkungen und Anpassungsleistungen an den Klimawandel. Die Projekte sind außerdem von beachtlicher Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune. Seit 2022 wird das Programm aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert und mit einem deutlicheren Fokus auf die energetische Sanierung der zu fördernden Einrichtungen fortgeführt.

Über das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wurde mit Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 8. Dezember 2021 errichtet. Dazu wurden die Zuständigkeiten für Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten, für Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsprogramme und Wohnen sowie für Raumordnung, Regionalpolitik und Landesplanung aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und für Heimat übertragen. Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) fällt seit der Neugründung des BMWSB in dessen Zuständigkeit.

Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden

Randspalte

nach oben zurück