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Planfeststellungsverfahren für den Bau des Teilabschnittes C der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Wahle - Mecklar zwischen dem Umspannwerk Hardegsen und der Landesgrenze Niedersachsen/Hessen

Ankündigung von bauvorbereitenden Maßnahmen in der Stadt Hann. Münden

Als verantwortlicher Übertragungsnetzbetreiber plant die TenneT TSO GmbH den Neubau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Wahle nach Mecklar.
In den kommenden Wochen werden dafür notwendige bauvorbereitende Maßnahmen, sog. Baugrunduntersuchungen (BGU), im Raum Göttingen (u. a. auch in Hann. Münden) durchgeführt. Diese dienen dazu, bodenphysikalische Eigenschaften genau zu ermitteln. Zusätzlich finden Vermessungen, Kartierungen und erforderliche Ortsbegehungen statt. ALLE Maßnahmen dienen dazu, die Beeinträchtigung für die Eigentümer, Anwohner und/oder Pächter der betroffenen Flurstücke so gering wie möglich zu halten und insgesamt für eine möglichst reibungslose Bauphase zu sorgen.

Beschreibung der bauvorbereitenden Maßnahmen

Im Rahmen der BGU werden die Baugrundverhältnisse an den derzeit geplanten Maststandorten und die Gerüstflächen in Bereichen von Straßenkreuzungen sowie die möglichen Flächen der Freileitungs-Provisorien untersucht. Die Berechtigung zur Durchführung solcher bauvorbereitender Maßnahmen ergibt sich aus § 44 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG).

Die Arbeiten werden durch das Büro Geries Ingenieure GmbH im Rahmen der bodenkundlichen Baube-gleitung überwacht (Änderungen bei den ausführenden Firmen bleiben ausdrücklich vorbehalten).

Für den An- und Abtransport aller erforderlichen Geräte, Werkzeuge, Fahrzeuge und Materialien müssen ggf. temporäre Abstellflächen in Anspruch genommen werden. In diesem Zusammenhang erfolgt auch das Befahren von Straßen und Wegen zur Erreichung der Bohrpunkte. Welche Maßnahmen im konkreten Einzel-fall erforderlich sind, hängt u. a. von den örtlichen Gegebenheiten, den wetterbedingten Bodenverhältnissen und den im Laufe der BGU erzielten Untersuchungsergebnissen ab. Abhängig von den erzielten Ergebnis-sen können auch weitere Untersuchungen – wie z. B. der Bau von Grundwassermessstellen – erforderlich werden.

Die Ergebnisse der Bohrungen und der labortechnischen Untersuchungen und Analysen werden in einem geotechnischen Bericht zusammengefasst. Zu den untersuchten Parametern zählen allgemeine bodenmechanische Eigenschaften, die Wasserdurchlässigkeit des Bodens am geplanten Maststandort, die Schadstofffreiheit sowie Bodenkennwerte als Grundlage für die weitere Fundamentplanung.

Beschreibung der verschiedenen Maßnahmen:

Bei der Durchführung der Baugrunduntersuchung kommen folgende auf die jeweilige Bodenbeschaffenheit ausgelegte Maßnahmen zum Einsatz:

  1. Durchführung von Sondierungen (RKS und DPH)
    - mit Kleingeräten (Handgerät oder kleines Kettengerät) zur Beurteilung des Untergrundes
    - geplante Sondiertiefe: ca. 3 – 10 m
    - Dauer der Sondierung: ca. ½ Tag
     
  2. Durchführung von Trockenkernbohrungen (TKB)
    (Je nach Wetter und Geländebeschaffenheit kommen hierfür verschiedene Geräte zum Einsatz.)
    - mit mittlerem oder schwerem Kettenfahrzeug (9 – 21 t) zur Beurteilung des Untergrundes im Bereich des Maststandortes 
       (Bodenbeschaffenheit, anstehender Fels)
    - geplante Bohrtiefe: ca. 15 – 35 m
    - Bohrdurchmesser: ca. 178 mm (Außendurchmesser)
    - tägliche Bohrleistung: ca. 10 – 15 m
    - Ziel: Gewinnung ungestörter Kernproben
     
  3. Durchführung von Drucksondierungen (CPT)
    - mit Kettenfahrzeugen (ca. 25 t) zur Beurteilung des Untergrundes im Bereich des Maststandortes
    - geplante Bohrtiefe: ca. 20 m. Hierbei wird eine Sonde mit einer konstanten Geschwindigkeit von 2 m/s bis zur Bohrtiefe gedrückt

Bodenkundliche Baubegleitung

Das Ingenierbüro Geries Ingenieure GmbH ist während jeder Maßnahme zusammen mit der ausführenden Firma vor Ort. Die Bodenkenndaten werden mit dem „Pürckhauer Bohrstock“ bis 1 m Tiefe erfasst, die Bodenfeuchte mittels Fingerprobe nach KA 5 und DIN 19682-2.

Außerdem sollen mit dem „Penetrologger“ Bodendichte-Profile zur Erfassung des Eindringwiderstandes erstellt werden, welche auch der Beweissicherung für die spätere Baumaßnahme dienen.

Betretung und Befahrung

Im Rahmen der bodenkundliche Baubegleitung werden Wege und Arbeitsflächen zu Fuß betreten. Im Rah-men der Baugrunduntersuchung müssen Grundstücke sowie Waldwege und landwirtschaftliche Wege betreten bzw. befahren werden.

Wenn keine Zuwegung zu den Bohrpunkten auf den ausliegenden Plänen ausgewiesen ist (besonders bei den Bohrpunkten für die Behelfsmaßnahmen Schutzgerüste und Provisorium, abgekürzt SB und PB im Lageplan), erfolgt die Anfahrt vom nächstgelegenen Weg, von der nächstgelegenen Straße oder vom nächstgelegenen Bohrpunkt. Es wird sichergestellt, dass hierbei der kürzeste Weg mit den geringsten Beeinträchtigungen und Auswirkungen für den Eigentümer bzw. Bewirtschafter genutzt wird.

Sollte es trotz aller Vorsicht zu Flurschäden kommen, werden die entstandenen Schäden durch TenneT TSO GmbH in voller Höhe ersetzt.

Um keine Schäden an vorhandenen Drainagen zu verursachen, werden die Bohrpunkte mit den Eigentümern bzw. Pächtern abgestimmt. Der dabei anfallende Zeitaufwand kann durch die TenneT TSO GmbH entschädigt werden. Sollten durch die Sondierung trotz aller Vorsicht Schäden an vorhandenen Drainagen verursacht werden, verpflichtet sich TenneT TSO GmbH, die Drainagen fachgerecht wieder herzustellen.

Sofern über die Höhe eines verursachten Schadens keine Einigung erzielt wird, kann auf Wunsch des Be-troffenen der Schaden durch einen Sachverständigen bewertet werden. Die TenneT TSO GmbH entschädigt in diesem Fall den gutachterlich festgestellten Schaden.

Die von den geplanten Bohrungen betroffenen Flurstücke können aus der Grundstücksliste ersehen werden.

Ort und Zeit der geplanten Maßnahme:

Der exakte zeitliche Rahmen der Untersuchungsmaßnahmen hängt auch von äußeren Umständen, den örtlichen Gegebenheiten und wetterbedingten Bodenverhältnissen ab.

Die Lage der Bohrpunkte sowie die hierfür vorgesehenen Zuwegungen können Sie den Sonderplänen Bau-grunduntersuchung entnehmen. Diese liegen im Zeitraum vom 25.05.2018 bis einschließlich 08.06.2018 bei der Stadt Hann. Münden zu folgenden Zeiten zur Einsichtnahme aus:

im Verwaltungsgebäude Böttcherstraße 3 (Neubau), 2. Obergeschoss,
Bereich Stadtentwicklung, Raum 204
während der Dienststunden in der Zeit von
montags bis freitags von 08:00 Uhr bis 12:30 Uhr
sowie
montags bis donnerstags von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr

zur allgemeinen Einsicht aus.

Das Büro Geries Ingenieure GmbH wird sich mit jedem Eigentümer bzw. Pächter bzgl. der konkreten Terminvereinbarung in Verbindung setzen.

Ansprechpartner:

Für Rückfragen zu den geplanten Maßnahmen sowie Mitteilungen steht Ihnen Frau Martina Stietenroth der Geries Ingenieure GmbH zur Verfügung.

Kontakt:

Telefon: 05592 9276-47
Fax: 05592 9276-11
Mobil: 0173 8004202
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Hann. Münden, 22.05.2018

Der Bürgermeister
In Vertretung

Volker Ludwig
Städtischer Rechtsdirektor