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Verwaltungs-Chefs und Polizei tauschen sich aus

Bürgermeister informieren sich beim "Dreikönigstreffen" über aktuelle Kriminal- und Unfallstatistik

30.06.2022

Die im Wirkungsbereich des Polizeikommissariats Hann. Münden aufgenommenen aktuellen Zahlen von Verkehrsunfällen, Wohnungseinbrüchen, Sachbeschädigungen und mehr wurden in dieser Woche den Bürgermeistern Mathias Eilers (Samtgemeinde Dransfeld) und Tobias Dannenberg (Hann. Münden) vorgestellt. Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein konnte aus terminlichen Gründen nicht an dem gemeinsamen Gespräch teilnehmen. Von Seiten der Polizei informierten Dirk Schneider, Leiter des Polizeikommissariats Hann. Münden, Matthias Klausch, Leiter Einsatz und Streifendienst, und Dirk Hentze, stellvertretender Leiter Kriminal- und Ermittlungsdienst.

Die Beamten sind mit ihren Kolleginnen und Kollegen für die Sicherheit von etwa 46.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von 320 Quadratkilometern verantwortlich. Wie Dirk Schneider erklärte, stieg die Zahl der Straftaten in 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 1.666 auf 2.003 Fälle an, die Aufklärungsquote lag bei 66,3 Prozent (2020: 60,9 Prozent). Das vermehrte Aufkommen von Rohheitsdelikten ist dabei besonders auffällig (Anstieg von 263 auf 352 Fälle), insbesondere bei häuslicher Gewalt (von 90 auf 111 Fälle). Bürgermeister Tobias Dannenberg zeigte sich über diese negative Entwicklung sehr besorgt: „Es ist sehr bedauerlich, dass die Corona-Pandemie offenbar dazu führte, dass die Gewalt in den eigenen vier Wänden durch Lockdowns und andere Einschränkungen zugenommen hat.“

Bei den Diebstählen wurde ein Anstieg von 403 auf 421 Fälle festgestellt. Hier lag die Aufklärungsquote in 2021 bei 41,57 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank erfreulicherweise von 32 Fällen in 2020 auf 19 Fälle in 2021. „Die Bürger sind sehr aufmerksam geworden und es kommt vermehrt Kameraüberwachung zum Einsatz“, teilte dazu Dirk Hentze mit.

Die Betrugszahlen sind ebenfalls rückläufig: Sie sanken leicht von 362 in 2020 auf 355 in 2021. Die Aufklärungsquote lag 2021 hier bei 45,32 Prozent. „Klassisch ist der Schockanruf eines angeblichen Polizeibeamten bei den Opfern. Es wird von einem Unfall und der nötigen Hinterlegung einer Kaution gesprochen, die bei einer Geldübergabe den Besitzer wechseln soll. Auch hier werden die Bürgerinnen und Bürger aufmerksamer, schalten zum Teil die Polizei ein, die wiederum bei der Geldübergabe die Botin oder den Boten dingfest machen kann. Die Boten sind dabei oft nur Mittel zum Zweck. An die eigentlichen Drahtzieher ist schwer heranzukommen“, so Schneider.

Leider ist bei den Sachbeschädigungen ein Anstieg von 129 Fälle in 2020 auf 218 in 2021 zu verzeichnen (Aufklärungsquote in 2021: 44,9 Prozent). Dabei richte sich die Gewalt in fast der Hälfte aller Fälle gegen Kraftfahrzeuge. Oft werde der Lack zerkratzt oder Außenspiegel beschädigt, informierte Dirk Schneider. Stark zugenommen hätten ebenfalls die Rauschgiftdelikte, von 138 in 2020 auf 216 in 2021. Auf die Entwicklung würde man laut des Kommissariatsleiters reagieren, entsprechende Maßnahmen würde man bereits umsetzen. Tobias Dannenberg bat die Beamten in diesem Bereich ein besonderes Augenmerk auf die weiteren Entwicklungen zu legen und ihn auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg von 813 (107 davon mit Personenschäden) in 2020 auf 924 (158) in 2021 stark an. Leider gab es in 2021, wie im Vorjahr, einen Unfall mit Todesfolge zu beklagen. Ein Anstieg ist ebenfalls bei den Wildunfällen (von 93 in 2020 auf 139 in 2021) zu verzeichnen. Unfallschwerpunkte im Bereich des Polizeikommissariats Hann. Münden ist die Landesstraße 561 zwischen Gimte und Hemeln sowie die Kreisstraße 222 zwischen Lutterberg und Sichelnstein. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten stieg von 196 in 2020 auf 230 in 2021 an.

Für die kommende Woche gaben die Beamten folgenden Ausblick: Vom 4. Bis 10 Juli 2022 will man während einer Verkehrssicherheitswoche Auto- wie Fahrradfahrer repressiv zu den Themen Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen am Steuer/Lenker sensibilisieren. Schwerpunkte für den Kraftfahrzeugverkehr werden auf den Bereich Vogelsang in Hann. Münden sowie der Streckenabschnitt der Bundesstraße 80 zwischen Hedemünden und Hann. Münden gelegt. Was den Fahrradverkehr angeht, so wolle man am Sonntag, 10. Juli, das Gespräch mit Radlerinnen und Radlern auf dem Rathausvorplatz suchen, informierte Schneider. Er und seine Kollegen gaben beiden Bürgermeistern ein positives Feedback mit auf den Heimweg: Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Verwaltungen sei einwandfrei.

Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg erwägt die Einrichtung eines Präventionsrats. Hier sollen Vertreter von Schulen, Kindergärten, Vereinen und kulturellen Einrichtungen zusammenkommen, um in einem Netzwerk negative Entwicklungen, zum Beispiel ein erhöhtes Aufkommen von Gewalt- oder Rauschgiftdelikten, kritisch zu begleiten und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen zu entwickeln: „Wenn wir dafür genügend Menschen aus unterschiedlichsten Institutionen gewinnen können, gelingt es uns vielleicht über diese Multiplikatoren die breite Masse für brennende Themen in der Stadt zu sensibilisieren und Negativentwicklungen präventiv vorzugreifen.“


Autor: M. Simon, PRESSESTELLE 

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