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02.07.2026

Friedensrelief setzt Zeichen der Versöhnung

Uwe Hentze erschuf Kunstwerk zur Erinnerung an „Blutpfingsten“

02.07.2026

Im Rahmen der Gedenkwoche „Blutpfingsten“ erinnerte die Stadt Hann. Münden in der Pfingstwoche an den Überfall des Feldherrn Tilly auf die Dreiflüssestadt im Jahr 1626, bei dem mehrere tausend Einwohnerinnen und Einwohner ihr Leben verloren.

Der Künstler Uwe Hentze, Mitglied des Vereins KunstNetz, begleitete auf Anfrage der ökumenischen Kirchengemeinden die zahlreichen Veranstaltungen rund um das Gedenken. Dazu gehörten unter anderem ein Themenvortrag von Stadtarchivar Stefan Schäfer sowie Besuche historischer Orte, die mit den Ereignissen des Jahres 1626 in Verbindung stehen – darunter die historische Werrabrücke, die später auch Eingang in sein künstlerisches Werk fand.

Aus der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte entstand die Idee für ein dreidimensionales Relief. Anders als das bekannte Gipsrelief von Gustav Eberlein (1847–1926) im Turmzimmer der Tillyschanze, das ausschließlich eine Szene der Erstürmung Hann. Mündens darstellt, richtet Hentzes Werk den Blick bewusst auf Hoffnung und Versöhnung, ohne dabei die gewaltsame Auseinandersetzung aus den Augen zu verlieren.

„Ich wollte den Blick weg von den damals schrecklichen Ereignissen auf etwas Hoffnungsvolles lenken und ein friedvolles Werk erschaffen. Daher habe mich daher für eine Handreichung mit Gott entschieden, die als symbolischer Friedensweg verstanden werden kann. Um den Bezug zu Hann. Münden zu schlagen, berücksichtigte ich in dem Relief den Blick auf die Stadtsilhouette mit der historischen Werrabrücke und der St.-Blasius-Kirche“, erklärt Hentze. Der Angriff Tillys ist dabei im Hintergrund angedeutet, ebenso die an der Bevölkerung begangenen Gräueltaten.

Für das Relief verwendete der Künstler Spachtelmasse und Ton, um plastische Konturen herauszuarbeiten, die anschließend farblich gestaltet wurden. Das Werk entstand im Künstlerhaus in der Speckstraße und konnte während seiner Entstehung von der Öffentlichkeit besucht werden. Rund 80 Interessierte nutzten diese Gelegenheit, um dem Künstler bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Am Pfingstmontag übergab Uwe Hentze das fertige Relief im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes auf dem Doktorwerder im Beisein von rund 150 Gästen an die Vertreter der in der Dreiflüssestadt vertretenen Kirchengemeinden.

Am vergangenen Mittwoch reichten diese das Kunstwerk an Bürgermeister Tobias Dannenberg weiter, verbunden mit der Bitte, das Relief dauerhaft im Rathaus der Stadt Hann. Münden auszustellen. Das Werk soll künftig nicht nur an die Ereignisse des Jahres 1626 erinnern, sondern zugleich als sichtbares Zeichen für Frieden, Versöhnung und ein gemeinsames Miteinander dienen: „Es soll als zukünftige Mahnung an Frieden für die Menschen sichtbar bleiben“, teilte Ernst-Ulrich Göttges, Pastor der evangelisch-reformierten Gemeinde, mit.

Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden

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