Keine Fütterungserlaubnis mehr für Stadttauben
Stadtrat folgt mit großer Mehrheit Antrag der SPD-Fraktion
15.12.2025
Der Rat der Stadt Hann. Münden hat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, die bislang geltende Erlaubnis zur Fütterung von Stadttauben in den Wallanlagen zum 1. Januar 2026 aufzuheben. Mit großer Mehrheit folgte das Gremium einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion.
In der Antragsbegründung heißt es, dass die Taubenpopulation in der Innenstadt durch erlaubte wie auch unerlaubte Fütterungen stark angewachsen sei. Dies habe zu erheblichen Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner geführt. Durch die große Menge an Taubenkot entstünden Gesundheitsgefahren. Zudem seien viele Innenhöfe und Balkone kaum noch nutzbar. Um diese Situation zu entschärfen, wird die Fütterung der Tiere künftig vollständig untersagt – nicht nur im Innenstadtbereich, sondern im gesamten Gebiet der bebauten Ortslage.
Neben der Rücknahme der Fütterungserlaubnis ruft der Rat die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, keine Speisereste sowie Verpackungen wie etwa Pizzakartons achtlos wegzuwerfen oder in für Tauben leicht zugängliche Abfallbehälter zu entsorgen. Ziel sei es, den Tieren keine zusätzlichen Nahrungsquellen zu bieten und damit einer weiteren Zunahme der Population entgegenzuwirken.
Der entsprechende Paragraph 9, Absatz 1 der „Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Hann. Münden“ vom 13. Juni 2024 wird entsprechend angepasst. Künftig lautet er: „Die Fütterung von wildlebenden Tauben, Enten, Schwänen und Gänsen auf öffentlichen Straßen, Wegen, Gewässern und Anlagen im Geltungsbereich der Kernstadt (bebaute Ortslage) ist verboten.“ Zuwiderhandlungen können vom Ordnungsamt geahndet werden. Die SPD-Fraktion forderte die Verwaltung ausdrücklich dazu auf, die Einhaltung der Regelung konsequent zu überwachen.
Hintergrund: Im November 2021 hatte der Rat auf Wunsch des Vereins Stadttauben e.V. Göttingen der Errichtung eines Taubenhauses in den Wallanlagen sowie einer damit verbundenen Fütterungserlaubnis zugestimmt. Der Verein hatte sich damals verpflichtet, die Instandhaltung und Reinigung der Anlage zu übernehmen. Bereits 2022 erklärte der Verein das Projekt jedoch für gescheitert und sah die Verantwortung für Pflege und Betrieb entgegen der ursprünglichen Absprachen bei der Stadt.
Stadt weiterhin gesprächsbereit
Bürgermeister Tobias Dannenberg sowie die Fraktionen von SPD und CDU signalisierten während der Ratssitzung die Bereitschaft für einen „Neustart“ hinsichtlich dieses Themas: Politik und Verwaltung seien weiterhin an einer gemeinsamen Lösung interessiert, die sowohl die Arbeit des Vereins als auch eine wirksame Kontrolle der Taubenpopulation ermöglicht. Voraussetzung sei jedoch ein Betreiberkonzept sowie die Sicherstellung, dass der Stadt keine Kosten entstehen.
Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden