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29.10.2026

Reichspogromnacht: Stadt gedenkt Opfern

Im November 1938 zerbrach viel mehr als nur Kristall

29.10.2026

In der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 wurden die Bewohner der Hinterstraße (heute „Hinter der Stadtmauer“) in Münden von zerspringendem Glas und Axthieben gegen Fenster und Türrahmen geweckt.

Nachdem die Tür in das Haus der jüdischen Gemeinde aufgebrochen war, stürmten etwa zehn Männer in den Hinterhof in die dortige Synagoge und konnten von dem Vorhaben, diese anzuzünden nur deshalb abgehalten werden, weil die Gefahr des unkontrollierbaren Abbrennens und Übergreifen des Brandes auf weitere Gebäude bestand.

Die vor Wut und Tatendrang schnaubenden Brandstifter schleppten nun, was trag- und brennbar war, auf den Tanzwerder. Jüdisches Kulturerbe ging in Flammen auf. Einen Tag später erfolgte die überfallartige Verhaftung jüdischer Männer, oft begleitet mit Tritten, Schlägen und Misshandlungen.

Im Januar 1939 erfolgte die Ankündigung Adolf Hitlers, dass ein erneuter Krieg die Vernichtung der „jüdischen Rasse“ in Europa zur Folge haben würde. Triumphaler Beifallssturm brandete auf. Radio, Zeitungen und Wochenschauen berichteten dieses. Aus Worten wurden Taten.

Anlässlich des Gedenktages zur Reichspogromnacht findet am Montag, 9. November 2026, um 18 Uhr eine Gedenkstunde an der Stele des Rathauses gegenüber dem Corvinushaus statt. Die Stadt Hann. Münden, der Verein für Städtepartnerschaften und die ökumenisch zusammenarbeitenden Kirchengemeinden laden dazu ein, Haltung zu zeigen.

Im Anschluss wird zu einem Vortrag über die Taten, Chancen und Perspektiven der Erinnerungskultur im Corvinushaus eingeladen.

Autor/in: Stadt Hann. Münden, Schäfer

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