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26.05.2026

Erinnerung an tragische Stadtgeschichte

Stadt schloss mehrtägige Veranstaltungsreihe anlässlich "Blutpfingsten 1626" ab

26.05.2026

400 Jahre sind seit den tragischen Ereignissen, die als „Blutpfingsten“ in die Stadtgeschichte eingingen, vergangen: Über 2.000 Menschen sind während der Belagerung und Stürmung der Stadt, mehr noch im Zuge der Plünderungen und Gewaltexzesse durch die von Generalleutnant Tilly geführte ligistische Armee umgekommen.

Die Hann. Münden Marketing GmbH hat mit unterschiedlichen Akteuren ein randvolles Programm über neun Tage des Gedenkens erarbeitet, in der Mitglieder der Stadtführergilde und des Heimat- und Geschichtsvereins Sydekum Führungen und Lesungen übernahmen.

Helmut Becker konzipierte eine Fotoausstellung „Zeitfragmente“ im Hagelturm und Uwe Hentze (Mündener Kunstnetz) verarbeitete die Eindrücke dieser Zeit auf einem Ölgemälde, während man ihm über die Schulter schauen konnte. Der Vortrag des Mündener Historikers Thomas Kossert vermittelte vertiefende Hintergründe zum Geschehen. Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges erklang im Rahmen der Händelfestspiele mit dem hochkarätig besetzten Europäischen Hanse-Ensemble unter der Leitung von Manfred Cordes im Rittersaal.

Unter dem Deckmantel der Religionszugehörigkeit rangen deutsche Fürsten und europäische Mächte drei Jahrzehnte von 1618 bis 1648 um die Vorherrschaft in Deutschland mit fatalen Auswirkungen auf Münden im Jahre 1626. So war ein zentrales Anliegen im Rahmen eines ökumenischen Weges durch Münden fünf Stationen anzusteuern, die als verletzte Orte gelten können. Neben der Vermittlung geschichtlicher Zusammenhänge durch Stadtarchivar Stefan Schäfer standen gemeinsames Beten und Erinnern auch mit Gegenwartsbezügen im Mittelpunkt.

Kriege loszutreten und Gewalt zu entfesseln erscheint einfacher, als Konflikte zu lösen und friedliche Koexistenz sicherzustellen, auf der Vertrauen wachsen kann. So beteiligten sich die ev.-lt., die ev. ref. sowie die röm. kath. Kirchengemeinde gemeinsam mit der Freikirche der Siebten-Tags-Adventisten, der Kraftwerk-Kirche-Volkmarshausen und die Stiftung St. Aegidien-Kirche an diesem, an fünf Abenden stattfindenden Gang. Diese christliche Gemeinsamkeit fand ihren Höhepunkt auf dem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Doktorwerder. Strahlender Sonnenschein und das schattige Grün frischbelaubter Bäume waren der Lohn für neun Tage Veranstaltungen, die vielfältige Blicke auf das Geschehen eröffnete.

Autor/in: Fachdienst Kultur/Schäfer

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