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14.10.2026

Wenn die Infrastruktur wegbricht

THW beweist bei groß angelegter Übung Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft

14.10.2026

Zerstörte Häuser nach simulierten Flugkörperangriffen, unpassierbare Autobahnen und gekappte Stromnetze: Ein realistisches Zivilschutzszenario forderte Einsatzkräfte im Süden Niedersachsens an einem intensiven Übungswochenende: Vom 9. bis zum 11. Oktober probten über 230 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus neun Ortsverbänden (Bad Lauterberg, Clausthal-Zellerfeld, Einbeck, Goslar, Göttingen, Hann.-Münden, Holzminden, Northeim, Osterode a. H.) sowie hauptamtliche Stabsmitarbeiter über 48 Stunden hinweg den Ernstfall.

Der Übung lag eine angenommene, bundesweit angespannte Sicherheitslage zugrunde. Bereits in den Wochen vor dem eigentlichen Übungswochenende wurde diese durch fiktive Zeitungsartikel sukzessive ausgestaltet, die den inhaltlichen Rahmen für die verschiedenen Szenarien setzten.

Aufgrund einer konstruierten Bedrohungslage an einzelnen Standorten wurde die Verlegung mehrerer Ortsverbände angeordnet. Über drei Ausgangspunkte in Hann. Münden (Abschnitt Weser), Göttingen (Abschnitt Leine) und Osterode (Abschnitt Harz) bewältigten die Einsatzkräfte vielfältige Einsatzaufgaben in der gesamten Region.

An den Übungsorten reichte das Aufgabenspektrum von der Errichtung einer Notunterkunft für Senioren über Eigenschutzmaßnahmen vor Drohnen bis hin zur Rettung verschütteter Personen. Bei Gieboldehausen errichteten die Einsatzkräfte gleich zwei Behelfsbrücken für Fußgänger. Unangekündigte Drohnenüberflüge, unberechtigte Zutrittsversuche und fingierte Materialanforderungen waren ebenso Bestandteil des Übungsszenarios wie Medienanfragen, spontane Hilfsangebote und Hilfegesuche aus der Bevölkerung, mit denen die Einsatzkräfte konfrontiert wurden.

"THW verfügt über Spezialfähigkeiten"

„Ein so komplexes Szenario verlangt von unseren Einsatzkräften ein Höchstmaß an Professionalität und Fachwissen. Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt: Das THW verfügt über die nötigen Spezialfähigkeiten, setzt diese punktgenau ein und arbeitet kontinuierlich daran, seine Abläufe weiterzuentwickeln“, betont Pressesprecher Lennart Kutzner. Er wies außerdem darauf hin, dass viele Unterstützer aus der Region wie bspw. die zahlreichen Statisten zu einer sehr realistischen Übungsdarstellung beigetragen hatten. Darunter mehrere Hilfsorganisationen, Drohnentrupps der Feuerwehren und Streifenbeamte der Polizei. „Auch kommunale Behörden und viele regionale Firmen haben einen Teil zu diesen weitreichenden Übungen in der Region beigetragen“, so Kutzner.

Der Landesverband zieht insgesamt eine positive Bilanz: „Unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes. Das Zusammenspiel der Ortsverbände über 48 Stunden belegt: Wenn es ernst wird, ist das THW da – wir sind vorbereitet und stärken die Widerstandskraft unserer Region nachhaltig.“

Insgesamt begleiteten über 20 Übungsbeobachtende die Maßnahmen, um die gewonnenen Erkenntnisse in den kommenden Wochen detailliert nachzubereiten und in künftige Einsatzkonzepte einfließen zu lassen.

Autor/in: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk LV Bremen, Niedersachsen

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