Stadt bedauert Mitteilung zur Schließung des tegut-Lädchens
Bürgermeister und Wirtschaftsförderung haben Ansiedlung intensiv begleitet
28.08.2026
Das tegut-Lädchen in der Burgstraße soll zum 31. Oktober 2026 schließen. Darüber hat die Geschäftsführung am Freitag informiert. In dem Markt, der im November 2024 eröffnet wurde, beschäftigt die inklusiv ausgerichtete Stellenwert GmbH auch Menschen mit Beeinträchtigungen.
Bürgermeister Tobias Dannenberg und die städtische Wirtschaftsförderin Anna-Lena Wiegräfe bedauern die Entscheidung ausdrücklich. Die Verwaltung hatte sich intensiv für die Ansiedlung eingesetzt und den Standort seit seiner Eröffnung begleitet.
„Die Nachricht über die Schließung trifft uns sehr, weil wir große Hoffnungen mit diesem Projekt verbunden haben“, erklärt Bürgermeister Tobias Dannenberg. „Mit dem tegut-Lädchen ist es gelungen, nach Schließung der Sport-Treff-Filiale eine attraktive Nachfolge für diesen Standort zu gewinnen und zugleich einen weiteren Nahversorger direkt in unserer Innenstadt anzusiedeln. Deshalb ist es besonders enttäuschend, dass dieses Angebot nun nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder verloren geht.“
Im November 2024 war der Markt in der Burgstraße eröffnet worden. Im März dieses Jahres hatte der Schweizer Migros-Konzern überregional seinen Rückzug aus Deutschland angekündigt. Davon sind die rund 300 tegut-Märkte im Bundesgebiet betroffen.
Stadt hat Unterstützungsmöglichkeiten ausgeschöpft
Bürgermeister und Wirtschaftsförderung betonen, dass die Stadt die Entwicklung des Standortes keineswegs nur beobachtet, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv begleitet hat. Bereits die Ansiedlung des tegut-Lädchens war durch die Wirtschaftsförderung unterstützt worden. Auch während des laufenden Betriebs bestand Kontakt zu den Verantwortlichen. Nach Bekanntwerden des tegut-Rückzugs suchten Bürgermeister und Wirtschaftsförderung erneut das Gespräch mit der Filialleitung, um die Situation und mögliche Unterstützungsmöglichkeiten zu erörtern.
„Wir haben uns für die Ansiedlung eingesetzt, Gespräche geführt, Hilfestellungen angeboten und gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht, den Standort zu unterstützen“, unterstreicht Tobias Dannenberg. „Wo die Stadt helfen konnte, haben wir das getan. Gleichwohl ist die Einflussnahme einer Kommune auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen begrenzt.“
Auch Wirtschaftsförderin Anna-Lena Wiegräfe bedauert die Entwicklung: „Wir hätten uns sehr gewünscht, dass sich das Konzept langfristig in unserer Innenstadt etabliert. Die Ansiedlung war aus unserer Sicht eine echte Chance für den Standort. Deshalb hat die Stadtverwaltung das Projekt von Anfang an eng begleitet, und stand als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Dass es nun trotzdem zur Schließung kommt, ist sehr bedauerlich.“
Dabei waren die Rahmenbedingungen für den Standort nicht einfach. Insbesondere das begrenzte Parkplatzangebot in unmittelbarer Nähe stellte gegenüber anderen Lebensmittelstandorten einen Wettbewerbsnachteil dar. Gleichzeitig wurde das Angebot nach Wahrnehmung der Stadt von vielen Bürgerinnen und Bürgern positiv aufgenommen.
„Kommunale Wirtschaftsförderung kann Türen öffnen, Kontakte herstellen, beraten, vermitteln und Unternehmen begleiten. Sie kann aber den wirtschaftlichen Erfolg eines privatwirtschaftlich betriebenen Geschäftes nicht garantieren“, erklärt Anna-Lena Wiegräfe. „Umso wichtiger ist es, dass wir auch künftig gemeinsam daran arbeiten, gute Rahmenbedingungen für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen in unserer Innenstadt zu schaffen.“
Beschäftigte im Blick
Besonders betroffen macht Bürgermeister Dannenberg die Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nun vor einer ungewissen beruflichen Zukunft stehen. „Hinter einer solchen Entscheidung stehen immer Menschen und persönliche Schicksale. Gerade deshalb bedauere ich die Schließung sehr“, so Tobias Dannenberg. „Wenn wir bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützen oder Kontakte zu Unternehmen vor Ort herstellen können, werden wir das tun. Im Zuge dessen stehen wir bereits in Gesprächen mit örtlichen Nahversorgern.“
Gleichzeitig richtet der Bürgermeister den Blick nach vorn und appelliert daran, die Entwicklung der Innenstadt als gemeinsame Aufgabe zu verstehen: „Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht allein durch Verwaltung, Politik oder Wirtschaft. Sie lebt vor allem von den Menschen, die dort einkaufen, Dienstleistungen nutzen, Gastronomie besuchen und damit die vorhandenen Angebote unterstützen. Jeder Einkauf vor Ort ist deshalb auch ein Stück Unterstützung für unsere Innenstadt.“
Autor/in: Pressestelle Stadt Hann. Münden