Sanierungsstart für Obere Rathaushalle
Im Mündener Rathaus beginnt der „Bauabschnitt C“
21.04.2026
Mit dem Beginn der Bauarbeiten für den „Bauabschnitt C“ startet die umfassende Instandsetzung und Inwertsetzung der Oberen Rathaushalle. Ziel ist es, das Rathaus Hann. Münden als bedeutendes Kulturdenkmal nicht nur in seiner Substanz zu erhalten, sondern es künftig auch stärker für gesellschaftliche und kulturelle Nutzungen zu öffnen.
„Möglich wird das Projekt durch eine Förderung aus dem Denkmalschutzprogramm XII der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die 50 Prozent der Kosten übernimmt. Die Mittel werden zweckgebunden für den Substanzerhalt sowie die denkmalgerechte Restaurierung eingesetzt“, erklärt Kerstin Fügner-Nehler, die sich mit ihrer Kollegin Nicole Herthum die Projektleitung teilt. Beide sind Mitarbeiterinnen im städtischen Fachdienst Liegenschaften, Hochbau und Sanierung.
Das weitere Vorgehen erläutert Kerstin Hohm vom Hamburger Architekturbüro pmp, welches die Planung und Bauleitung für den „Bauabschnitt C“ übernimmt: „Im Fokus der Maßnahmen steht der Erhalt der vorhandenen Bausubstanz. Historische Bauteile wie Türen und weitere Holzelemente werden sorgfältig aufgearbeitet. Gleichzeitig wird die technische Ausstattung erweitert, um moderne Veranstaltungsformate zu ermöglichen.“
Konkret bedeutet das: Die geplanten Baumaßnahmen umfassen unter anderem die Instandsetzung von Rissen in den Wänden, statische Verstärkungen im Dachgeschoss, den Einbau neuer Innenfenster sowie die Dämmung der Geschossdecke. Darüber hinaus werden das Parkett aufgearbeitet, Türen und weitere Holzbauteile sowie Steinkamine restauriert und die Wände farblich neu gefasst. Für eine verbesserte Raumakustik wird Akustikputz zwischen den Deckenbalken eingebracht. Ergänzt wird dies durch moderne Beleuchtungs- und Veranstaltungstechnik.
Um ein stimmiges Endergebnis zu erzielen, waren im Vorfeld umfangreiche Voruntersuchungen nötig, die nun die Grundlage der beginnenden Arbeiten bilden. Dazu zählen restauratorische Analysen von Wandputz und Holzbauteilen wie Türgewänden und Wandschränken, einschließlich der Bestimmung historischer Farben und Lacke. Darauf aufbauend wurde ein abgestimmtes Farbkonzept entwickelt. Ergänzend wurden statische Untersuchungen der Deckenbalken durchgeführt, ein Beleuchtungskonzept in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erarbeitet sowie eine Musterfläche zur akustischen Verbesserung zwischen den Deckenbalken eingerichtet. Ein bauphysikalisches Gutachten prüfte zudem den Einbau von Innenfenstern zur energetischen Ertüchtigung.
Der „Bauabschnitt C“ wird voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Euro.
Mit Blick auf die Zukunft ist bereits ein weiterer Bauabschnitt am Rathaus vorgesehen: die umfassende Sanierung der Fassade, für die derzeit ein Investitionsvolumen von rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt wird.
Bürgermeister Tobias Dannenberg bezeichnet die Investitionen als klares Zeichen für den Erhalt und die Zukunft des Rathauses als Herzstück der Stadt: "Es ist nicht nur ein bedeutendes kulturhistorisches Erbe, sondern soll künftig noch stärker als lebendiger Ort für Begegnung, Kultur und gesellschaftliches Leben dienen. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die mit großem Engagement an der denkmalgerechten Sanierung arbeiten. So bewahren wir Geschichte und schaffen gleichzeitig neue Perspektiven für kommende Generationen."